Praxisleitfaden · Singvogelhilfe

Nestlinge & Fundvögel richtig füttern.

Was junge Singvögel in der Natur wirklich fressen, und womit man einen gefundenen Nestling überbrückend füttern darf. Artweise, für die häufigsten heimischen Arten, mit klarer Trennung von fundierter Praxis und verbreiteten Fütterungsmythen.

50 Arten 7 Ernährungsgruppen Tabu-Liste Mengen & Frequenz

Nestling gefunden? Das Wichtigste zuerst

Erst wärmen, dann melden – nicht auf Verdacht füttern oder tränken. Setze den Vogel warm, dunkel und ruhig in einen Karton mit Luftlöchern und nimm Kontakt zu einer Pflegestelle auf. Handaufzucht überbrückt nur die Stunden bis dahin.

Wenn wirklich gefüttert werden muss: Fast alle heimischen Nestlinge werden mit Insekten großgezogen – auch die von Körnerfressern wie Sperling oder Buchfink. Geeignet sind frische, abgetötete oder aufgetaute Insekten (Heimchen als Basis, rund 80 %), angereichert mit Kalzium und einem Vitamin-Mineral-Präparat. Auf keinen Fall Regenwürmer, Brot, Milch, Körner oder getrocknete Insekten. Welche Art genau was braucht, steht unten im Arten-Finder.

Bevor du fütterst

Handaufzucht ist immer nur eine Überbrückung

Ein gefundener Nestling gehört so schnell wie möglich zu einer fachkundigen Pflegestelle oder einem vogelkundigen Tierarzt. Alles hier überbrückt die Stunden bis dahin, es ersetzt sie nicht.

Die ersten Handgriffe

  • Zuerst wärmen. Ein unterkühlter, kalter oder schwacher Vogel darf nicht gefüttert werden. Er wird erst gewärmt (z. B. mit einer lauwarmen, in ein Tuch gewickelten Wärmflasche).
  • Warm, dunkel, ruhig in einen Karton mit Luftlöchern setzen.
  • Kein Wasser, kein Futter auf Verdacht. Falsches Futter oder eingeflößtes Wasser kann sofort schaden.
  • Dann melden. Lieber einmal zu früh nachfragen als zu spät.
Bei uns melden Vogel gefunden? Wir sind in Herten-Scherlebeck. Gern mit Foto.

Nestling

Noch nackt oder nur teilbefiedert, kann nicht sitzen oder hüpfen. Braucht Hilfe.

Ästling

Befiedert, hüpft, bettelt, kurze Schwanzfedern. Wird meist noch von den Eltern versorgt. Erst ein bis zwei Stunden aus sicherer Entfernung beobachten und nur mitnehmen, wenn er verletzt oder in Gefahr ist (Straße, Katze).

Die goldene Regel

Fast alle Nestlinge werden mit Insekten großgezogen

Diese eine Regel entkräftet fast alle Mythen, und sie gilt auch für die Körnerfresser.

Insekten sind die Basis

Selbst ausgesprochene Körnerfresser wie Sperling, Buchfink oder Goldammer füttern ihre Nestlinge in den ersten rund zwei Wochen mit Insekten. Körner, Brot, Haferbrei oder Ei würden sie nicht ernähren, sondern krank machen. Von dieser Insekten-Regel gibt es im Wesentlichen zwei Ausnahmen: die vier „Vegetarier"-Finken (Gruppe 5), die überwiegend mit halbreifen Sämereien aufwachsen, und die Rabenvögel (Gruppe 6), die fleischbetont aufgezogen werden.

Das geeignete Ersatzfutter

Frische, vorher abgetötete oder aufgetaute Frostinsekten, niemals getrocknete (aus dem Zoohandel oder vom Imker):

  • Heimchen / Steppengrillen als Basis (mindestens rund 80 % der Futtertiere).
  • Drohnenbrut / Bienenlarven (kurz überbrüht) und Wachsmottenlarven: nahrhaft, aber fettreich, daher nur ergänzend.
  • Frische Fliegen / Fruchtfliegen.
  • Mehlwürmer nur anteilig, nie als Alleinfutter (harter, schwer verdaulicher Chitinpanzer, ungünstiges Kalzium-Phosphor-Verhältnis). Buffalowürmer sind weicher und verträglicher, bleiben aber ebenfalls nur Ergänzung.

Eine Mischung aus etwa fünf Futtertierarten, tote Insekten kurz in lauwarmem Wasser abspülen und täglich mit einem Vitamin-Mineral-Präparat (z. B. Korvimin ZVT) und Kalzium anreichern. Ohne diese Zusätze drohen Wachstumsstörungen und die typische Beinschwäche (Rachitis). Empfindliche Insektenfresser und Schwalben brauchen zusätzlich alle zwei Tage einen Vitamin-B-Komplex.

Wie oft, wie viel und niemals Wasser

Sehr junge Nestlinge werden alle 30 bis 45 Minuten von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang gefüttert (nachts Pause), in kleinen Portionen, bis der Kropf gut gefüllt, aber nicht prall ist. Mit dem Alter werden die Abstände länger und die Portionen größer.

Niemals Wasser einflößen. Es gerät leicht in die Luftröhre direkt hinter der Zunge. Der Vogel verschluckt sich und erstickt. Den Flüssigkeitsbedarf decken die feuchten Futtertiere. Erst selbstständige Jungvögel bekommen Wasser im Napf angeboten, nie eingeträufelt.

Die Tabu-Liste

Womit man einen Nestling nicht füttern darf

Das sind die eigentlichen „Internet-Mythen", vor denen alle Fachstellen warnen.

Für Nestlinge streng ungeeignet

  • Rohes oder gekochtes Ei / „Eifutter": verklebt bei Weichfressern das Gefieder, Verdauungsprobleme.
  • Regenwürmer: massive, oft tödliche Verdauungsstörungen; Überträger von Endoparasiten (Luftröhrenwurm). Höchstens parasitenfreie Zuchtwürmer.
  • Lebende Fliegenmaden und Mehlwürmer als Alleinfutter: schaden im Verdauungstrakt oder führen zu Mangel.
  • Getrocknete Insekten: ungeeignet (Nährstoffverlust, belegte Gefiederschäden).
  • Brot, Zwieback, Haferflocken, Müsli: schwere Verdauungsstörungen.
  • Milch, Milchprodukte, Babybrei: Vögel vertragen keine Laktose.
  • Fleisch, Wurst, Hackfleisch, Hunde-/Katzenfutter: nur Rabenvögel und Greifvögel bekommen mageres, sauberes Fleisch oder Ganzbeute, nie Wurst, Hack oder Fertigfutter.
  • Handaufzuchtpulver für Ziervögel: ungeeignet (Ausnahme: die Vegetarier-Finken, als fachgerecht zubereiteter Brei).
  • Körner / Sämereien für Nestlinge: selbst beim Sperling erst nach rund zwei Wochen.
  • Wasser einträufeln.
Arten-Finder

Welchen Vogel hast du gefunden?

Tippe den Namen deines Vogels ein oder wähle ihn aus der Liste. Die Arten sind danach geordnet, was der Nestling wirklich braucht, nicht danach, was die Altvögel fressen.

Alle Arten von A bis Z. Tippe oben oder wähle hier deinen Vogel:

Ersatzfutter = womit füttern Naturnahrung = nur zur Info Besonderheit Nicht füttern
Gruppe 1

Empfindliche & reine Insektenfresser

Der Nestling ist zu 100 % Insektenfresser, auch die bodenlebenden Arten (Zaunkönig, Heckenbraunelle, Feldlerche), deren Altvögel nebenbei feine Sämereien fressen. Weiche, frische Insekten, dazu täglich Kalzium und ein Vitamin-Mineral-Präparat (z. B. Korvimin ZVT) sowie alle zwei Tage ein Vitamin-B-Komplex. Harte Beute (Mehlwürmer) und Regenwürmer sind ungeeignet.

Rotkehlchen Erithacus rubecula

Ersatzfutter – womit füttern
Mischung aus ~5 Futtertieren: Basis mittelgroße Heimchen (~80 %, Sprungbeine und harte Flügel entfernt), dazu frische Fliegen/Fruchtfliegen, ergänzend Drohnenbrut und Wachsmottenlarven.
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Weichinsekten, kleine Raupen, Spinnen, Blattläuse, kleine Käfer.
Besonderheit
Täglich Korvimin ZVT + Kalzium, dazu Vitamin-B-Komplex alle 2 Tage (empfindlicher Insektenfresser). Beutegröße ans Alter anpassen.
Nicht füttern
Mehlwürmer als Basis (hartes Chitin), Regenwürmer (Parasiten/Gapeworm), Ei, Brot/Haferflocken, getrocknete Insekten.

Nachtigall Luscinia megarhynchos

Ersatzfutter – womit füttern
Wie Rotkehlchen: Heimchen (~80 %, entbeint), Drohnenbrut, Wachsmottenlarven, frische Fliegen – besonders abwechslungsreich, nur frische tote Insekten.
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Käfer, kleine Raupen, Ameisenpuppen, Spinnen und andere Wirbellose.
Besonderheit
Sehr empfindlich, hoher Insektenbedarf. Täglich Korvimin ZVT + Kalzium, Vitamin-B alle 2 Tage. Penible Frische, sonst schnell Verdauungsprobleme.
Nicht füttern
Regenwürmer (Parasiten), Mehlwürmer als Basis, Ei, Trockenfutter. Adulte Ameisen (Ameisensäure) nie von Hand füttern.

Hausrotschwanz Phoenicurus ochruros

Ersatzfutter – womit füttern
Heimchen (~80 %, entbeint) plus hoher Anteil frischer Fliegen/Fruchtfliegen, ergänzend Drohnenbrut und Wachsmottenlarven.
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Spinnen, Insekten und Larven, kleine Raupen, kleine Fluginsekten.
Besonderheit
Täglich Kalzium + Korvimin ZVT, Vitamin-B alle 2 Tage. Fängt gern im Flug – vor dem Auswildern fliegende Beute anbieten.
Nicht füttern
Regenwürmer (Parasiten), Mehlwürmer als Basis, Ei (verklebt das Gefieder). Keine getrockneten Insekten / kein Trockenfutter aus dem Handel – nur frische oder aufgetaute Frostinsekten.

Gartenrotschwanz Phoenicurus phoenicurus

Ersatzfutter – womit füttern
Wie Hausrotschwanz: Heimchen (~80 %, entbeint), hoher Fliegen-Anteil, ergänzend Drohnenbrut/Wachsmottenlarven.
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Insekten und Larven, Raupen, Spinnen – im Flug und am Boden gefangen.
Besonderheit
Täglich Korvimin ZVT + Kalzium, Vitamin-B alle 2 Tage. Fliegende Beute vor dem Auswildern anbieten.
Nicht füttern
Regenwürmer (Parasiten), Mehlwürmer als Basis, Ei. Keine getrockneten Insekten / kein Trockenfutter aus dem Handel – nur frische oder aufgetaute Frostinsekten.

Trauerschnäpper Ficedula hypoleuca

Ersatzfutter – womit füttern
Kleine bis mittelgroße Heimchen (~80 %, entbeint) mit hohem Anteil frischer Fliegen/Fruchtfliegen, ergänzend Drohnenbrut/Wachsmottenlarven.
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Kleine Raupen, Fliegen und andere Fluginsekten, kleine Käfer, Spinnen.
Besonderheit
Sehr empfindlich. Täglich Korvimin ZVT + Kalzium, Vitamin-B alle 2 Tage. Vor dem Auswildern Flugbeute-Training.
Nicht füttern
Regenwürmer (Parasiten), Mehlwürmer als Basis, Ei, getrocknete Insekten.

Grauschnäpper Muscicapa striata

Ersatzfutter – womit füttern
Kleine Heimchen (~80 %, entbeint) plus sehr hoher Anteil frischer Fliegen/Fruchtfliegen; Drohnenbrut/Wachsmottenlarven nur sparsam (fettreich).
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Fast nur im Flug gefangene Fluginsekten: Fliegen, Mücken, kleine Falter.
Besonderheit
Besonders heikel (reiner Fluginsektenjäger). Täglich Korvimin ZVT + Kalzium, Vitamin-B alle 2 Tage. Flugbeute-Training zwingend.
Nicht füttern
Regenwürmer (Parasiten), Mehlwürmer als Basis, Ei. Keine stechenden Bienen/Wespen von Hand füttern. Keine getrockneten Insekten / kein Trockenfutter aus dem Handel – nur frische oder aufgetaute Frostinsekten.

Mönchsgrasmücke Sylvia atricapilla

Ersatzfutter – womit füttern
Kleine bis mittelgroße Heimchen (~80 %, harte Teile entfernt), dazu Fruchtfliegen, kleine Fliegen, Wachsmottenlarven-Stücke, etwas Drohnenbrut.
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Weichinsekten, kleine Raupen, Blattläuse, Spinnen.
Besonderheit
Feiner Schnabel – Chitin/Sprungbeine konsequent entfernen. Täglich Korvimin ZVT + Kalzium, Vitamin-B alle 2 Tage.
Nicht füttern
Regenwürmer (Parasiten), Mehlwürmer als Basis, Ei. Beeren/Obst erst für den Altvogel, nicht für den Nestling. Keine getrockneten Insekten / kein Trockenfutter aus dem Handel – nur frische oder aufgetaute Frostinsekten.

Gartengrasmücke Sylvia borin

Ersatzfutter – womit füttern
Wie Mönchsgrasmücke: kleine bis mittelgroße Heimchen (~80 %, entbeint), Fruchtfliegen, kleine Fliegen, Wachsmottenlarven, etwas Drohnenbrut.
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Insekten und Larven, Raupen, Blattläuse, Spinnen.
Besonderheit
Feiner Schnabel – Sprungbeine/Chitin entfernen. Täglich Korvimin ZVT + Kalzium, Vitamin-B alle 2 Tage.
Nicht füttern
Regenwürmer (Parasiten), Mehlwürmer als Basis, Ei. Keine Beeren an den Nestling. Keine getrockneten Insekten / kein Trockenfutter aus dem Handel – nur frische oder aufgetaute Frostinsekten.

Klappergrasmücke Curruca curruca

Ersatzfutter – womit füttern
Kleine Heimchen (~80 %, entbeint) plus Fruchtfliegen, kleine Fliegen, Wachsmottenlarven-Stücke, etwas Drohnenbrut; besonders feine Portionen.
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Kleine Insekten und Larven, Blattläuse, kleine Spinnen.
Besonderheit
Kleine Art mit feinem Schnabel – Beute klein halten. Täglich Korvimin ZVT + Kalzium, Vitamin-B alle 2 Tage.
Nicht füttern
Regenwürmer (Parasiten), Mehlwürmer als Basis, Ei. Keine Beeren an den Nestling. Keine getrockneten Insekten / kein Trockenfutter aus dem Handel – nur frische oder aufgetaute Frostinsekten.

Dorngrasmücke Curruca communis

Ersatzfutter – womit füttern
Kleine Heimchen (~80 %, entbeint), Fruchtfliegen, kleine Fliegen, Wachsmottenlarven-Stücke, etwas Drohnenbrut; weiche, kleine Beute.
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Insekten und Larven, Blattläuse, Spinnen.
Besonderheit
Feiner Schnabel – Sprungbeine/Chitin entfernen. Täglich Korvimin ZVT + Kalzium, Vitamin-B alle 2 Tage.
Nicht füttern
Regenwürmer (Parasiten), Mehlwürmer als Basis, Ei. Keine Beeren an den Nestling. Keine getrockneten Insekten / kein Trockenfutter aus dem Handel – nur frische oder aufgetaute Frostinsekten.

Zilpzalp Phylloscopus collybita

Ersatzfutter – womit füttern
Besonders kleine Beute: Mikro-/kleinste Heimchen (nur weiche Teile), Fruchtfliegen, kleine Fliegen, fein zerteilte Wachsmottenlarven – alles klein.
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Sehr kleine Weichinsekten, kleine Raupen, Blattläuse, kleine Spinnen, Mücken.
Besonderheit
Sehr kleine Art – feinste Portionen, sehr häufig füttern. Täglich Korvimin ZVT + Kalzium, Vitamin-B alle 2 Tage. Laubsänger (Zilpzalp/Fitis) fast gleich.
Nicht füttern
Mehlwürmer (zu hart), Regenwürmer (Parasiten), Ei, Haferflocken, Obst. Keine getrockneten Insekten / kein Trockenfutter aus dem Handel – nur frische oder aufgetaute Frostinsekten.

Fitis Phylloscopus trochilus

Ersatzfutter – womit füttern
Wie Zilpzalp: Mikro-/kleinste Heimchen (nur weiche Teile), Fruchtfliegen, kleine Fliegen, fein zerteilte Wachsmottenlarven.
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Kleine Insekten und Larven, Blattläuse, kleine Spinnen; sehr kleine Weichbeute.
Besonderheit
Sehr kleine Art – feinste Portionen. Täglich Korvimin ZVT + Kalzium, Vitamin-B alle 2 Tage. Beute deutlich kleiner als bei Rotkehlchen & Co.
Nicht füttern
Mehlwürmer (zu hart), Regenwürmer (Parasiten), Ei, Haferflocken, Obst. Keine getrockneten Insekten / kein Trockenfutter aus dem Handel – nur frische oder aufgetaute Frostinsekten.

Zaunkönig Troglodytes troglodytes

Ersatzfutter – womit füttern
Sehr kleine Beute: Mikro-/kleinste Heimchen (nur weiches Inneres), Fruchtfliegen, kleine Fliegen, Wachsmottenlarven-Stückchen; für die Kleinsten feiner Insektenbrei aus gemahlenen Frostinsekten.
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Bodennahe Kleininsekten, kleine Käfer, Spinnen, kleine Larven, Blattläuse.
Besonderheit
Winzige Art – sehr feine Portionen, besonders häufig füttern. Täglich Korvimin ZVT + Kalzium, Vitamin-B alle 2 Tage. Keine Flüssigkeit einträufeln.
Nicht füttern
Mehlwürmer (viel zu grob), Regenwürmer (Parasiten), Ei, Haferflocken, Obst. Keine getrockneten Insekten / kein Trockenfutter aus dem Handel – nur frische oder aufgetaute Frostinsekten.

Bachstelze Motacilla alba

Ersatzfutter – womit füttern
Heimchen-Basis (~80 %, entbeint) mit hohem Anteil frischer Fliegen/Fruchtfliegen, ergänzend Drohnenbrut/Wachsmottenlarven.
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Mücken, Fliegen, kleine Käfer, Raupen, Spinnen – laufend am Boden oder im kurzen Flug gefangen.
Besonderheit
Empfindlich wie Schwalben: täglich Korvimin ZVT + Kalzium, zusätzlich Vitamin-B alle 2 Tage. Kein separates Wasser.
Nicht füttern
Regenwürmer (Parasiten), Mehlwürmer als Basis, Ei, Trockenfutter.

Gebirgsstelze Motacilla cinerea

Ersatzfutter – womit füttern
Wie Bachstelze: Heimchen-Basis (~80 %, entbeint), hoher Fliegen-Anteil, ergänzend Wachsmottenlarven/Drohnenbrut.
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Wasserinsekten und Larven (Köcher-, Eintags-, Steinfliegen), Mücken, kleine Fliegen am Fließgewässer.
Besonderheit
Empfindlicher Fluginsektenfresser: täglich Korvimin ZVT + Kalzium, Vitamin-B alle 2 Tage. Kein Wasser einträufeln.
Nicht füttern
Regenwürmer (Parasiten), Mehlwürmer als Basis, Ei, Trockenfutter.

Heckenbraunelle Prunella modularis

Ersatzfutter – womit füttern
Rein insektivor: kleine Heimchen (~80 %, entbeint), Fruchtfliegen, kleine Fliegen, Wachsmottenlarven, etwas Drohnenbrut.
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Insekten und Larven, kleine Weichinsekten, Blattläuse, Spinnen. Altvögel fressen nebenbei feine Samen – der Nestling nicht.
Besonderheit
Nestling zu 100 % insektivor. Täglich Korvimin ZVT + Kalzium, Vitamin-B alle 2 Tage.
Nicht füttern
Sämereien/Körner – obwohl Altvögel Samen fressen! (Nestling rein insektivor). Regenwürmer (Parasiten), Mehlwürmer als Basis, Ei. Keine getrockneten Insekten / kein Trockenfutter aus dem Handel – nur frische oder aufgetaute Frostinsekten.

Feldlerche Alauda arvensis

Ersatzfutter – womit füttern
Rein insektivor: Heimchen (~80 %, entbeint), Fliegen, Wachsmottenlarven, Drohnenbrut. Erst nach ~2 Wochen etwas halbreife Wildsamen und feine Grünteile.
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Raupen, Käferlarven, kleine Heuschrecken, Blattläuse, Spinnen. Altvögel fressen daneben Wildsamen.
Besonderheit
Bodenbrüter. Erste ~2 Wochen ausschließlich Insekten. Täglich Korvimin ZVT + Kalzium, vorsorglich Vitamin-B alle 2 Tage.
Nicht füttern
Körner/Sämereien im Nestlingsalter – trotz körnerfressender Altvögel! Regenwürmer (Parasiten), Mehlwürmer als Basis, Ei. Keine getrockneten Insekten / kein Trockenfutter aus dem Handel – nur frische oder aufgetaute Frostinsekten.
Gruppe 2

Meisen, Kleiber, Baumläufer, Goldhähnchen

Der Nestling ist insektivor, die Beute oft winzig. Wegen der geringen Körpergröße sehr feine Beute; Mehlwürmer sind meist ungeeignet.

Kohlmeise Parus major

Ersatzfutter – womit füttern
Als größte Meise etwas gröbere, aber weiterhin feine Beute: kleingeschnittene Heimchen (~80 %, Sprungbeine/Kopf-Chitin weg), frische Fliegen, kurz überbrühte Drohnenbrut; Wachsmottenlarven nur als fettreiche Beigabe in Maßen. Keine Mehlwürmer beim Nestling – bei Bedarf etwas Buffalos. Schnabelgerechte Kügelchen.
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Vor allem weiche Schmetterlingsraupen (z. B. Eichenwickler), Blattläuse, kleine Spinnen, Larven.
Besonderheit
Kalzium täglich zwingend (sonst Beinlähmung/Rachitis) + Korvimin ZVT, dazu Vitamin-B alle 2 Tage. Schnabelgerechte Kügelchen.
Nicht füttern
Mehlwürmer/Buffalos als Basis, Körner/Sonnenblumenkerne beim Nestling, getrocknete Insekten, Haferflocken/Brot.

Blaumeise Cyanistes caeruleus

Ersatzfutter – womit füttern
Kleiner als Kohlmeise, feinere Beute: sehr fein zerteilte Heimchen (weiches Inneres), frische Fliegen, Blattläuse; Wachsmottenlarven nur als fettreiche Beigabe in Maßen, Drohnenbrut ergänzend. Kleinere Portionen als Kohlmeise.
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Fast nur kleine Raupen (vor allem von Eichen), Blattläuse, kleine Spinnen.
Besonderheit
Kalzium täglich zwingend (Beinlähmung droht) + Korvimin ZVT, Vitamin-B alle 2 Tage. Kleinere Portionen als Kohlmeise.
Nicht füttern
Mehlwürmer/Buffalos als Hauptfutter, Körner/Samen beim Nestling, getrocknete Insekten, Fettfutter/Haferflocken.

Tannenmeise Periparus ater

Ersatzfutter – womit füttern
Sehr feine Beute: fein zerteiltes weiches Heimchen-Inneres, frische Fliegen, Fruchtfliegen, Blattläuse, kleine Spinnen. Mehlwürmer ungeeignet.
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Winzige Kleininsekten aus Nadelbäumen, Blattläuse, kleine Larven, Spinnen.
Besonderheit
Sehr feine Beutegröße. Kalzium täglich zwingend + Korvimin ZVT, Vitamin-B alle 2 Tage.
Nicht füttern
Mehlwürmer (zu hart/zu groß), getrocknete Insekten, Körner/Samen beim Nestling, Fettfutter.

Sumpfmeise Poecile palustris

Ersatzfutter – womit füttern
Fein zerteilte Heimchen (Sprungbeine/harte Teile weg), frische Fliegen, Blattläuse; Wachsmottenlarven nur als fettreiche Beigabe in Maßen, Drohnenbrut ergänzend. Keine Mehlwürmer beim Nestling – bei Bedarf etwas Buffalos.
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Raupen, Kleininsekten, Blattläuse, kleine Spinnen, Larven.
Besonderheit
Mehlwürmer nie als Hauptfutter. Kalzium täglich zwingend + Korvimin ZVT, Vitamin-B alle 2 Tage.
Nicht füttern
Mehlwürmer als Basis, Körner/Samen beim Nestling, getrocknete Insekten, Fettfutter.

Haubenmeise Lophophanes cristatus

Ersatzfutter – womit füttern
Feine Beute: fein zerteilte Heimchen (harte Teile weg), frische Fliegen, Fruchtfliegen, Blattläuse; Wachsmottenlarven nur als fettreiche Beigabe in Maßen. Keine Mehlwürmer beim Nestling – bei Bedarf etwas Buffalos.
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Kleininsekten, Larven, kleine Raupen, Spinnen aus dem Nadelwald.
Besonderheit
Feine Beutegröße. Kalzium täglich zwingend + Korvimin ZVT, Vitamin-B alle 2 Tage.
Nicht füttern
Mehlwürmer als Basis (zu hart), getrocknete Insekten, Körner/Samen beim Nestling, Fettfutter.

Schwanzmeise Aegithalos caudatus

Ersatzfutter – womit füttern
Winzige, weiche Futtertiere: Fruchtfliegen, frische Fliegen, sehr fein zerteiltes weiches Heimchen-Inneres (Chitin/Beine ganz weg), Blattläuse.
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Winzige Insekten, Blattläuse, kleine Spinnen, für die Jungen auch kleine Raupen.
Besonderheit
Sehr klein, keine echte Meise. Kalzium + Korvimin ZVT täglich, Vitamin-B alle 2 Tage. Braucht konstante Wärme; anspruchsvoll → Fachpflege.
Nicht füttern
Mehlwürmer (viel zu hart), getrocknete Insekten, Körner/Samen, Fettfutter/Haferflocken.

Kleiber Sitta europaea

Ersatzfutter – womit füttern
Nestling rein insektivor: kleingeschnittene Heimchen (Sprungbeine/Kopf-Chitin weg), frische Fliegen, kurz überbrühte Drohnenbrut; Wachsmottenlarven nur als fettreiche Beigabe in Maßen. Kräftiger Schnabel – etwas gröbere Häppchen als kleine Meisen. Keine Mehlwürmer beim Nestling, bei Bedarf etwas Buffalos.
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Weiche Insekten, Käfer, Raupen, Larven, Spinnen. Adulte fressen im Winter auch Nüsse/Samen – für den Nestling irrelevant.
Besonderheit
Trotz des Namens keine Nüsse/Körner für den Nestling. Kalzium täglich + Korvimin ZVT, Vitamin-B alle 2 Tage.
Nicht füttern
Nüsse/Sonnenblumenkerne/Samen – obwohl adulte Kleiber sie fressen! Mehlwürmer als Basis, getrocknete Insekten.

Wald- / Gartenbaumläufer Certhia spp.

Ersatzfutter – womit füttern
Sehr feine Beute (schmaler, gebogener Schnabel): Fruchtfliegen, frische Fliegen, sehr fein zerteiltes weiches Heimchen-Inneres, Blattläuse, kleine Spinnen. Nur kleinste Häppchen; Mehlwürmer ungeeignet.
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Winzige Insekten, Larven, Insekteneier, kleine Spinnen aus Rindenspalten.
Besonderheit
Sehr feine Beutegröße. Kalzium täglich + Korvimin ZVT, Vitamin-B alle 2 Tage. Anspruchsvoll.
Nicht füttern
Mehlwürmer (zu groß/hart), getrocknete Insekten, Körner/Samen, Fettfutter.

Wintergoldhähnchen Regulus regulus

Ersatzfutter – womit füttern
Allerkleinste weiche Futtertiere: Fruchtfliegen als Hauptfutter (mit Vitamin-Mineral-Puder bestäubt), frische Fliegen, Blattläuse, Springschwänze, feinstes weiches Heimchen-Inneres. Sehr häufige, winzige Portionen.
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Winzige Weichinsekten, Springschwänze, Blattläuse, kleine Spinnen, Insekteneier von Blattunterseiten.
Besonderheit
Kleinster heimischer Vogel, extrem anspruchsvoll, sehr hoher Stoffwechsel. Fruchtfliegen nie pur (nährstoffarm) → mit Zusätzen mischen. Kalzium täglich + Korvimin ZVT täglich, Vitamin-B alle 2 Tage (wie die übrigen empfindlichen Insektenfresser). Umgehend an eine Fachpflegestelle.
Nicht füttern
Mehlwürmer (viel zu groß/hart), Fruchtfliegen pur ohne Zusätze, getrocknete Insekten, Körner/Samen.
Gruppe 3

Drosseln & Star

Der Nestling ist insektivor, Kalzium ist besonders kritisch. Weichobst wird erst ab der dritten Woche schrittweise ergänzt. Der Insekten- und Tieranteil muss weiter mindestens die Hälfte betragen und überwiegen, sonst droht Eiweißmangel. Regenwürmer und Schnecken sind zwar Wildnahrung, in der Handaufzucht aber tabu (Parasiten).

Amsel Turdus merula

Ersatzfutter – womit füttern
Basis frische/aufgetaute Heimchen und Steppengrillen (~80 %) mit frischen Fliegen, ergänzend Drohnenbrut/Wachsmottenlarven; Sprungbeine großer Grillen weg. Täglich Korvimin ZVT + Kalzium + Probiotika. Ab ~3. Woche schrittweise Weichobst (entkernt), Insektenanteil aber weiter ≥ 50 %.
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Regenwürmer, Insektenlarven, Raupen, Käfer, kleine Nacktschnecken; ab dem Ausfliegen Beeren/Fallobst. Regenwürmer sind ein Hauptanteil der Naturkost.
Besonderheit
Kalzium täglich zwingend (Lähmungsgefahr). Obst erst ab ~3. Woche und nur schrittweise. In der Selbstfressphase Futter in einer Schale mit sauberer Erde/Muttererde (frische Maulwurfshügel) anbieten – hilft der Verdauung; kein Körnerfresser-Grit/Sand.
Nicht füttern
Regenwürmer – obwohl Naturnahrung! (v. a. schwer verdaulich, meist tödlich; zusätzlich Parasiten/Gapeworm) – auch parasitenfreie Zuchtwürmer bleiben für den Nestling tabu, erst der selbständig fressende Vogel darf sie. Nacktschnecken – obwohl Naturnahrung! (Parasiten). Keine lebenden Maden (fressen sich durch die Darmwand, tödlich; abgetötet/aufgetaut unbedenklich). Ei, Brot, Milch, getrocknete Insekten, Mehlwürmer als Basis, Körner beim Nestling.

Singdrossel Turdus philomelos

Ersatzfutter – womit füttern
Wie Amsel: Heimchen/Steppengrillen (~80 %), frische Fliegen, ergänzend Drohnenbrut/Wachsmottenlarven; Beute etwas kleiner als bei der Amsel. Täglich Korvimin ZVT + Kalzium + Probiotika. Ab ~3. Woche schrittweise Weichobst, Insekten ≥ 50 %.
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Insekten und Larven, Regenwürmer, Gehäuseschnecken; im Spätsommer Beeren. Etwas kleiner als die Amsel.
Besonderheit
Kalzium täglich zwingend. Etwas feiner beschnäbelt – Beute nicht zu grob. Obst erst ab ~3. Woche. In der Selbstfressphase Erde/Muttererde (Maulwurfshügel) zum Futter – hilft der Verdauung.
Nicht füttern
Regenwürmer – obwohl Naturnahrung! (v. a. schwer verdaulich, meist tödlich; zusätzlich Parasiten) – auch Zuchtwürmer für den Nestling tabu. Schnecken – obwohl Naturnahrung! (Parasiten). Keine lebenden Maden (Darmwand-Durchbohrung, tödlich; abgetötet unbedenklich). Ei, Brot, Milch, getrocknete Insekten, Mehlwürmer als Basis, Körner beim Nestling.

Wacholderdrossel Turdus pilaris

Ersatzfutter – womit füttern
Wie Amsel/Singdrossel: Heimchen/Steppengrillen (~80 %), frische Fliegen, ergänzend Drohnenbrut/Wachsmottenlarven; etwas größere Beute möglich, harte Sprungbeine dennoch weg. Täglich Korvimin ZVT + Kalzium + Probiotika. Ab ~3. Woche schrittweise Beeren/Weichobst, Insekten ≥ 50 %.
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Regenwürmer, Nacktschnecken, größere Insekten und Larven; im Winter viele Beeren. Kräftige, amselgroße Drossel.
Besonderheit
Kalzium täglich zwingend. Nimmt Obst im Übergang gern an – trotzdem Insekten dominieren lassen. Obst erst ab ~3. Woche. In der Selbstfressphase Erde/Muttererde (Maulwurfshügel) zum Futter – hilft der Verdauung.
Nicht füttern
Regenwürmer – obwohl Naturnahrung! (v. a. schwer verdaulich, meist tödlich; zusätzlich Parasiten) – auch Zuchtwürmer für den Nestling tabu. Nacktschnecken – obwohl Naturnahrung! Keine lebenden Maden (Darmwand-Durchbohrung, tödlich; abgetötet unbedenklich). Ei, Brot, Milch, getrocknete Insekten, Mehlwürmer als Basis; Beeren nicht zum Hauptfutter machen.

Misteldrossel Turdus viscivorus

Ersatzfutter – womit füttern
Wie die übrigen Drosseln, wegen der Größe etwas größere Portionen: Heimchen/Steppengrillen (~80 %), frische Fliegen, ergänzend Drohnenbrut/Wachsmottenlarven; harte Sprungbeine weg. Täglich Korvimin ZVT + Kalzium + Probiotika. Ab ~3. Woche schrittweise Weichobst/Beeren, Insekten ≥ 50 %.
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Insekten, Larven, Nacktschnecken, Regenwürmer; im Winter Mistel- und andere Beeren. Größte heimische Drossel.
Besonderheit
Kalzium täglich zwingend. Größte Drossel – größere Beute/Portionen möglich. Obst erst ab ~3. Woche. In der Selbstfressphase Erde/Muttererde (Maulwurfshügel) zum Futter – hilft der Verdauung.
Nicht füttern
Regenwürmer – obwohl Naturnahrung! (v. a. schwer verdaulich, meist tödlich; zusätzlich Parasiten) – auch Zuchtwürmer für den Nestling tabu. Nacktschnecken – obwohl Naturnahrung! Keine lebenden Maden (Darmwand-Durchbohrung, tödlich; abgetötet unbedenklich). Ei, Brot, Milch, getrocknete Insekten, Mehlwürmer als Basis; Beeren nicht zum Hauptfutter machen.

Star Sturnus vulgaris

Ersatzfutter – womit füttern
Wie Drosseln: Heimchen/Steppengrillen (~80 %), frische Fliegen, ergänzend Drohnenbrut/Wachsmottenlarven; Buffalos nur anteilig. Für ganz junge Nestlinge Insektenpüree aus gemahlenen Frostinsekten. Täglich Kalzium (Pflicht!) + Korvimin ZVT + Probiotika.
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Bodenlebende Käferlarven (Engerlinge), Schnaken-/Insektenlarven, Regenwürmer, Raupen, Heuschrecken; ab dem Ausfliegen Obst/Beeren.
Besonderheit
Kalzium ist der kritischste Punkt (häufig Beinlähmung in der Wachstumsphase) – täglich zwingend. Mehlwürmer erst zur Selbständigkeit. Insekten müssen dominieren. In der Selbstfressphase lebende Buffalos in einer Schale mit sauberer Erde (Maulwurfshügel) anbieten – für die Verdauung wichtig.
Nicht füttern
Regenwürmer – obwohl Naturnahrung! (v. a. schwer verdaulich, meist tödlich; zusätzlich Parasiten) – auch Zuchtwürmer für den Nestling tabu, erst selbständige Stare dürfen gezüchtete Regenwürmer. Keine lebenden Maden (Darmwand-Durchbohrung, tödlich; abgetötet unbedenklich). Mehlwürmer/Buffalos als Nestlingsbasis, getrocknete Insekten, Ei, Brot, Milch, Körner beim Nestling.
Gruppe 4

Gemischtfresser

Der Nestling ist die ersten rund zwei Wochen insektivor, danach kommen Sämereien dazu. Trotz des „Körnerfresser"-Rufs der Altvögel: Nestlinge zuerst mit Insekten! Ab der dritten Woche halbreife Wildkräutersamen, Vogelmiere, Löwenzahn und Brennnesselspitzen beimischen.

Haussperling Passer domesticus

Ersatzfutter – womit füttern
Erste ~2 Wochen rein tierisch: Heimchen/Steppengrillen (~80 %, Sprungbeine weg), frische Fliegen, ergänzend Drohnenbrut/Wachsmottenlarven. Ab ~3. Woche halbreife Wildsamen, Vogelmiere, junger Löwenzahn, gekochte geschälte Hirse beimischen.
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Erste Tage fast rein tierisch: kleine Raupen, Blattläuse, Käfer, Fliegen, Spinnen; halbreife Sämereien erst später. Altvögel überwiegend Körnerfresser.
Besonderheit
Täglich Korvimin ZVT + Kalzium + Probiotika. Körner/Sämereien erst ab ~3. Woche. Kein Wasser einträufeln.
Nicht füttern
Körner/Sämereien in den ersten 2 Wochen – der klassische „Spatz"-Fehlgriff! Getrocknete Insekten, Mehlwürmer/Buffalos als Basis, Ei, Brot, Milch, Regenwürmer.

Feldsperling Passer montanus

Ersatzfutter – womit füttern
Identisch zum Haussperling: erste ~2 Wochen Heimchen (~80 %, entbeint), Fliegen, ergänzend Drohnenbrut/Wachsmottenlarven. Ab ~3. Woche halbreife Wildsamen, Vogelmiere, Löwenzahn, gekochte geschälte Hirse.
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Wie Haussperling – kleine Raupen, Blattläuse, Käfer, Fliegen, Spinnen; Sämereien erst später. Altvögel überwiegend Körnerfresser.
Besonderheit
Täglich Korvimin ZVT + Kalzium + Probiotika. Körner erst ab ~3. Woche. Kein Wasser einträufeln.
Nicht füttern
Sämereien/Körner beim Nestling (erst ab ~3. Woche), getrocknete Insekten, Mehlwürmer/Buffalos als Alleinfutter, Ei, Brot, Milch, Regenwürmer.

Buchfink Fringilla coelebs

Ersatzfutter – womit füttern
Erste ~2 Wochen rein tierisch: fein zerteilte Heimchen (~80 %, Sprungbeine/Chitin weg), frische Fliegen, ergänzend Drohnenbrut/Wachsmottenlarven. Ab ~3. Woche halbreife Sämereien und feines Grünzeug, später gekeimte Körner.
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Kleine Raupen, Blattläuse, Spinnen, weiche Käfer. In der Nestlingszeit überwiegt tierische Kost, Altvögel nehmen daneben Samen.
Besonderheit
Feiner Schnabel – Beutestücke klein halten. Täglich Korvimin ZVT + Kalzium + Probiotika. Kein Wasser einträufeln.
Nicht füttern
Körner/Sämereien beim Nestling (erst ab ~3. Woche, dann halbreif/gekeimt) – der Haupt-„Finken"-Fehler. Getrocknete Insekten, Mehlwürmer/Buffalos als Basis, Ei, Brot, Milch, Regenwürmer.

Bergfink Fringilla montifringilla

Ersatzfutter – womit füttern
Wie Buchfink: erste ~2 Wochen fein zerteilte Heimchen (~80 %, entbeint), Fliegen, ergänzend Drohnenbrut/Wachsmottenlarven. Ab ~3. Woche halbreife Sämereien und feines Grünzeug, später gekeimte Körner.
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Wie Buchfink – kleine Raupen, Blattläuse, Spinnen, weiche Käfer. In Mitteleuropa fast nur Wintergast, Nestlinge fallen hier kaum an.
Besonderheit
Feiner Schnabel wie Buchfink – Beute klein. Täglich Korvimin ZVT + Kalzium + Probiotika. Als Wintergast selten in Pflege; falls doch, exakt wie Buchfink. Kein Wasser einträufeln (Aspirationsgefahr) – Flüssigkeit nur übers feuchte Futter.
Nicht füttern
Körner beim Nestling (erst ab ~3. Woche), getrocknete Insekten, Mehlwürmer/Buffalos als Basis, Ei, Brot, Milch, Regenwürmer.

Gimpel / Dompfaff Pyrrhula pyrrhula

Ersatzfutter – womit füttern
Erste Tage insektenbasiert (fein zerteilte Heimchen, weiche Insekten, Blattläuse), aber früher als andere Finken pflanzlich: halbreife Wildsamen (Vogelmiere, Knöterich), Löwenzahnköpfe, eingeweichte/gekeimte Samen.
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Besonderheit: schon die Nestlinge bekommen weiche Insekten, Blattläuse und Spinnen UND halbreife Sämereien/Löwenzahnköpfe; Altvögel tragen Samen im Schlund. In der Brutzeit auch kleine Schnecken als Kalkquelle.
Besonderheit
Nicht rein insektivor – pflanzlicher Anteil beginnt früher, erste Tage aber tierisch dominiert. Täglich Korvimin ZVT + Kalzium + Probiotika. Kein Wasser einträufeln (Aspirations-/Erstickungsgefahr) – Flüssigkeit nur übers feuchte Futter.
Nicht füttern
Trockene, harte Körner beim Nestling (nur halbreif/eingeweicht/gekeimt). Schnecken – obwohl Naturnahrung! (Parasiten). Getrocknete Insekten, Mehlwürmer als Basis, Ei, Brot, Milch, Regenwürmer.

Kernbeißer Coccothraustes coccothraustes

Ersatzfutter – womit füttern
Erste ~2 Wochen rein tierisch: Heimchen (~80 %), Fliegen, ergänzend Drohnenbrut/Wachsmottenlarven. Größerer Vogel – Futtertiere nicht so fein, harte Sprungbeine dennoch weg. Ab ~3. Woche halbreife Sämereien und Grünzeug, später gröbere/gekeimte Körner.
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Raupen, Käfer, Blattläuse, andere Insekten. Altvögel knacken mit dem sehr kräftigen Schnabel harte Samen/Steinobstkerne.
Besonderheit
Sehr kräftiger Schnabel – schon Ästlinge beißen fest zu (auf die Finger achten). Täglich Korvimin ZVT + Kalzium + Probiotika. Kein Wasser einträufeln (Aspirations-/Erstickungsgefahr) – Flüssigkeit nur übers feuchte Futter.
Nicht füttern
Körner/harte Kerne beim Nestling (erst ab ~3. Woche), getrocknete Insekten, Mehlwürmer/Buffalos als Basis, Ei, Brot, Milch, Regenwürmer.

Erlenzeisig Spinus spinus

Ersatzfutter – womit füttern
Sehr kleiner Vogel – kleine Futtertiere: Heimchen (~80 %) sehr fein zerteilt, alle harten Teile weg; Fliegen/Fruchtfliegen, etwas Drohnenbrut. Früh feine halbreife Samen (Erle/Birke, Vogelmiere, Löwenzahn) beimischen.
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Sehr kleine Insekten, Blattläuse, Larven UND früh feine halbreife Baumsamen (Erle, Birke, Fichte). Altvögel überwiegend Samenfresser.
Besonderheit
Winzige Art – Beutestücke klein halten, Zusätze (Korvimin ZVT + Kalzium + Probiotika) sparsam/exakt. Pflanzlicher Anteil beginnt früh. Kein Wasser einträufeln (Aspirations-/Erstickungsgefahr) – Flüssigkeit nur übers feuchte Futter.
Nicht füttern
Grobe/harte Futtertiere und harte Insektenteile, trockene Körner beim Nestling, getrocknete Insekten, Mehlwürmer/Buffalos als Basis, Ei, Brot, Milch, Regenwürmer.

Goldammer Emberiza citrinella

Ersatzfutter – womit füttern
Erste ~2 Wochen rein tierisch: Heimchen (~80 %), kleine Heuschrecken, Fliegen, ergänzend Drohnenbrut/Wachsmottenlarven; harte Sprungbeine weg. Ab ~3. Woche halbreife Gras-/Wildsamen, Vogelmiere, junger Löwenzahn; später Bodensamen im flachen Napf.
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Raupen, Heuschrecken, Käfer, Larven, Spinnen. Altvögel wechseln je nach Angebot auf Gras-/Wildkräutersamen, suchen am Boden.
Besonderheit
Bodenammer – reifere Samen später am Boden anbieten. Täglich Korvimin ZVT + Kalzium + Probiotika. Kein Wasser einträufeln.
Nicht füttern
Körner/Grassamen beim Nestling (erst ab ~3. Woche), getrocknete Insekten, Mehlwürmer/Buffalos als Basis, Ei, Brot, Milch, Regenwürmer.

Hinweis: Heckenbraunelle und Feldlerche werden oft zu den Gemischt-/Körnerfressern gezählt, ihre Nestlinge werden aber rein mit Insekten aufgezogen. Sie stehen deshalb in Gruppe 1 und bekommen keine Sämereibeimischung.

Gruppe 5

Die „Vegetarier"-Finken Ausnahme

Sonderfall: Sämereibrei statt Insekten. Grundfutter ist ein Handaufzucht-Breipulver (oder 7-Kornflocken) mit Probiotika und Vitamin-Mineral-Zusatz, per Spritze. Zu viel Insektenkost schadet ihnen.

Grünfink / Grünling Chloris chloris

Ersatzfutter – womit füttern
Grundfutter: Handaufzuchtpulver-Brei (z. B. NutriBird A19/A21, CeDe, Harrison's – zuckerarm), warm angerührt, handwarm per 1-ml-Spritze, frisch. Nur ~10 Tage feine Insektenstücke, dann gesiebter Sämereibrei. Täglich Probiotika, Korvimin ZVT, Kalzium.
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Nur die ersten ~10 Tage einige Insekten, danach fast rein pflanzlich: halbreife Samen von Vogelmiere, Löwenzahn, Brennnessel, Knöterich, dazu geschälte Sonnenblumenkerne/Hirse.
Besonderheit
Kräftigster Kegelschnabel der Gruppe – etwas dickerer Brei ok. Insektenphase bis ~10. Tag, dann komplett Sämereibrei. Hygiene streng (Trichomonaden-Gefahr) – Spritze/Brei jedes Mal frisch.
Nicht füttern
Nicht wie einen Insektenfresser durchfüttern – zu viel Insektenkost schadet! Regenwürmer (Parasiten), getrocknete Insekten, Brot/Haferflocken, ganze harte Körner beim Nestling. (Das strenge Ei-Verbot gilt Amseln/Drosseln – das genannte Handaufzuchtpulver mit Ei-Anteil ist hier ok.)

Stieglitz / Distelfink Carduelis carduelis

Ersatzfutter – womit füttern
Wie Grünfink, aber feinerer Brei (schmaler, spitzer Schnabel): Handaufzuchtpulver (zuckerarm) per 1-ml-Spritze, frisch. Insektenstücke nur ~10 Tage, dann fein gesiebter Sämereibrei. Täglich Probiotika, Korvimin ZVT, Kalzium.
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Erste ~10 Tage einige Insekten, dann früh fast rein pflanzlich: halbreife Korbblütlersamen (Disteln, Karden, Löwenzahn) und andere Wildkrautsamen.
Besonderheit
Feiner, spitzer Schnabel → Brei fein sieben. Sehr frühe pflanzliche Umstellung. Später frische halbreife Löwenzahn-/Distelköpfe.
Nicht füttern
Nicht dauerhaft mit Insekten füttern (schadet dem Vegetarier). Regenwürmer (Parasiten), getrocknete Insekten, Brot/Haferflocken/Müsli, ganze harte Körner beim Nestling. (Strenges Ei-Verbot betrifft Amseln/Drosseln; Handaufzuchtpulver mit Ei-Anteil ist hier ok.)

Bluthänfling Linaria cannabina

Ersatzfutter – womit füttern
Handaufzuchtpulver-Brei (zuckerarm), warm, handwarm per 1-ml-Spritze, frisch. Feine Insektenstücke NUR die ersten ~5 Tage, dann konsequent gesiebter Sämereibrei. Täglich Probiotika, Korvimin ZVT, Kalzium.
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Früheste pflanzliche Umstellung aller Finken: nur die ersten ~5 Tage einige Insekten, danach fast rein Sämereien (Hirtentäschel, Ackersenf, Löwenzahn, Vogelmiere).
Besonderheit
Früheste Umstellung aller Finken – Insekten nur ~5 Tage. Kleiner Schnabel → Brei fein. Zu lange Insektenkost macht früh Verdauungsprobleme.
Nicht füttern
Nicht wie einen Insektenfresser aufziehen – schadet dem Hänfling besonders früh! Regenwürmer (Parasiten), getrocknete Insekten, Brot/Haferflocken, ganze harte Körner beim Nestling. (Strenges Ei-Verbot betrifft Amseln/Drosseln; Handaufzuchtpulver mit Ei-Anteil ist hier ok.)

Girlitz Serinus serinus

Ersatzfutter – womit füttern
Wie die übrigen Vegetarier, aber besonders fein und klein: fein angerührter Handaufzuchtpulver-Brei (zuckerarm), 1-ml-Spritze, frisch. Insektenstücke nur ~10 Tage, dann fein gesiebter Sämereibrei. Täglich Probiotika, Korvimin ZVT, Kalzium.
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Erste ~10 Tage einige Insekten, dann fein-pflanzlich: sehr feine, halbreife Wildkräuter- und Gräsersamen. Kleinster heimischer Fink.
Besonderheit
Kleinster Fink → kleinste Portionen, feinster Brei, alles sieben. Insektenphase bis ~10. Tag. Vorsicht mit der Portionsgröße (winziger Kropf).
Nicht füttern
Nicht mit Insekten durchfüttern (schadet dem Vegetarier). Regenwürmer (Parasiten), getrocknete Insekten, Brot/Haferflocken, ganze harte Körner beim winzigen Nestling. (Strenges Ei-Verbot betrifft Amseln/Drosseln; Handaufzuchtpulver mit Ei-Anteil ist hier ok.)
Gruppe 6

Rabenvögel Fleisch erlaubt

Die Nestlinge werden carnivor aufgezogen. Nur hier ist mageres, sauberes Fleisch (Hühnerherzen, Eintagsküken, Frostmäuse in Stücken) erlaubt und nötig. Wurst, Hackfleisch und Fertigfutter aber auch hier nicht. Wildschnecken und -regenwürmer meiden (Parasiten). Kalzium gegen Rachitis; ab etwa 14 Tagen gewöllebildendes Material. Rabenvögel nie einzeln ohne Artgenossen aufziehen (Gefahr der Fehlprägung).

Rabenkrähe Corvus corone

Ersatzfutter – womit füttern
Carnivor aufziehen. Junge Nestlinge: spritzenfähiger Insektenbrei + aufgetaute Frostinsekten (Heimchen ohne Sprungbeine, Bienenmaden, Wachsmottenlarven) + klein geschnittenes Hühnerherz. Ältere zusätzlich hartgekochtes Ei, Eintagsküken, Frostmäuse in Stücken.
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Allesfresser: Insekten und Larven, Regenwürmer, kleine Wirbeltiere (Mäuse, Jungvögel), Eier, Aas, dazu Pflanzliches. Nestlinge überwiegend tierisch gefüttert.
Besonderheit
Kalzium ist Pflicht (Rabenvögel bekommen oft Kalziummangel → brüchige Federn, Rachitis) – täglich Korvimin ZVT + Kalzium. Ab ~14 Tagen Gewölle-Material. Nach Fleisch wenige Tropfen Wasser seitlich am Schnabelrand, nie in den Rachen.
Nicht füttern
Regenwürmer und Wildschnecken – obwohl Naturnahrung! (Parasiten/Gapeworm). Dosen-Katzen-/Hundefutter, Brot, getrocknete Insekten, Milch; Mehlwürmer/Buffalos nur anteilig.

Elster Pica pica

Ersatzfutter – womit füttern
Carnivor, identisch zur Rabenkrähe: Insektenbrei + Frostinsekten (Heimchen ohne Sprungbeine, Bienenmaden, Wachsmottenlarven) + Hühnerherz/mageres Fleisch. Ältere zusätzlich hartgekochtes Ei, Eintagsküken, Frostmäuse. Portionen etwas kleiner (zierlicher).
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Allesfresser wie die Rabenkrähe: Insekten, Käfer, Raupen, Wirbellose (auch Regenwürmer), kleine Wirbeltiere, Eier, Aas, Früchte/Samen. Nestlinge überwiegend tierisch.
Besonderheit
Kalziummangel-Gefahr wie bei allen Rabenvögeln – täglich Korvimin ZVT + Kalzium. Ab ~14 Tagen Gewölle-Material. Nach Fleisch Wasser nur seitlich am Schnabelrand.
Nicht füttern
Regenwürmer und Wildschnecken – obwohl Naturnahrung! (Parasiten). Dosen-Katzen-/Hundefutter, Brot, getrocknete Insekten, Milch/Babybrei; Mehlwürmer nie als Alleinfutter.

Eichelhäher Garrulus glandarius

Ersatzfutter – womit füttern
Carnivor wie andere Rabenvögel, aber feiner/kleiner (zierlicherer Schnabel): Insektenbrei + Frostinsekten (Heimchen ohne Sprungbeine, Wachsmottenlarven, Bienenmaden) + fein geschnittenes Hühnerherz/mageres Fleisch. Ältere zusätzlich hartgekochtes Ei, kleine Stücke Eintagsküken.
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Nestlinge vor allem mit Raupen, Käfern, Spinnen, Larven (proteinreich), dazu Wirbellose, Eier. Altvögel dagegen stark eichel-/nussbetont.
Besonderheit
Pflanzenkost (Eicheln, Nüsse, Beeren) erst zum Ästling/Selbständigwerden, nicht beim jungen Nestling. Kalziummangel-Gefahr – täglich Korvimin ZVT + Kalzium. Ab ~14 Tagen Gewölle-Material. Zierlichste der vier Arten → kleinere Portionen.
Nicht füttern
Regenwürmer und Wildschnecken (Parasiten). Getrocknete Insekten, Mehlwürmer als Basis, Körner/Eicheln/Nüsse beim jungen Nestling; kein Dosen-Katzen-/Hundefutter, Brot, Milch.

Dohle Coloeus monedula

Ersatzfutter – womit füttern
Carnivor wie andere Rabenvögel: Insektenbrei + Frostinsekten (Heimchen ohne Sprungbeine, Bienenmaden, Wachsmottenlarven) + klein geschnittenes Hühnerherz/mageres Fleisch. Ältere zusätzlich hartgekochtes Ei, Eintagsküken. Obst darf etwas großzügiger ergänzend dazu. Fleisch feiner zerteilen (kleinerer Schnabel).
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Insekten, Larven, kleine Wirbellose, dazu mehr Pflanzliches (Sämereien, Getreide, Früchte), Aas/Abfälle. Nestlinge überwiegend tierisch.
Besonderheit
Nimmt Obst/Süßeres lieber an – ergänzend, nicht als Basis. Kalziummangel-Gefahr – täglich Korvimin ZVT + Kalzium. Ab ~14 Tagen Gewölle-Material.
Nicht füttern
Regenwürmer und Wildschnecken (Parasiten). Dosen-Katzen-/Hundefutter, Brot, Milch, getrocknete Insekten; Mehlwürmer/Buffalos nie als Alleinfutter.
Gruppe 7

Schwalben & Mauersegler

Reine Fluginsektenfresser. Hauptfutter sind aufgetaute Heimchen (die harten Sprungbeine grundsätzlich entfernen; bei größeren Heimchen zusätzlich die Flügel) und Fliegen. Ein Vitamin-B-Komplex ist unverzichtbar. Mehlwürmer und Fliegenmaden sind tabu, Ei ebenfalls.

Rauchschwalbe Hirundo rustica

Ersatzfutter – womit füttern
Hauptfutter aufgetaute Heimchen (~80 %, ideal subadult/flügellos; harte Sprungbeine grundsätzlich weg), dazu frische Fliegen/Fruchtfliegen; Soldatenfliegen, Wachsmottenlarven, Drohnenbrut nur kleiner Anteil (fettreich). Täglich Korvimin ZVT + Kalzium, Vitamin-B ca. jeden 2. Tag.
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Reiner Fluginsektenfresser: im Flug gefangene Fliegen, Mücken, Blattläuse (Luftplankton). Keine Regenwürmer/Schnecken.
Besonderheit
Vitamin-B-Komplex ist zwingend (Mangel → verklebtes Gefieder, ZNS-Störungen, Lähmungen/Krämpfe). Sprungbeine der Heimchen entfernen. Auswildern schwierig – nur erfahrene Pfleger.
Nicht füttern
Mehlwürmer und Fliegenmaden grundsätzlich nie füttern (schädigen die Darmwände, können tödlich sein). Ei/Eifutter, getrocknete Insekten, Brot, Haferflocken, Körner.

Mehlschwalbe Delichon urbicum

Ersatzfutter – womit füttern
Identisch zur Rauchschwalbe: aufgetaute Heimchen (~80 %, ideal subadult/flügellos, Sprungbeine weg), frische Fliegen/Fruchtfliegen; Soldatenfliegen, Wachsmottenlarven, Drohnenbrut sparsam. Täglich Korvimin ZVT + Kalzium, Vitamin-B ca. jeden 2. Tag.
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Reiner Fluginsektenfresser: Luftplankton – im Flug gefangene Fliegen, Blattläuse, Mücken. Keine Regenwürmer/Schnecken.
Besonderheit
Vitamin-B zwingend. Besonders empfindlich gegen Mehlwürmer (führen oft zu Gefiederschäden) – noch strenger meiden. Feinschnäbelig – harte Teile weg.
Nicht füttern
Mehlwürmer – bei der Mehlschwalbe besonders schädlich (Gefiederschäden), nie füttern. Fliegenmaden grundsätzlich nie füttern (Darmwandschäden, tödlich). Ei/Eifutter, getrocknete Insekten, Brot, Körner.

Mauersegler Apus apus kein Singvogel

Ersatzfutter – womit füttern
Hauptfutter aufgetaute Heimchen/Steppengrillen ~2 cm (~80 %), Beine VOLLSTÄNDIG abtrennen (scharfkantig – sonst Schluck-/Verletzungsgefahr). Jedes Tier EINZELN mit weicher Pinzette tief in den Schnabel (sperrt nicht → Zwangsfütterung), ~5–6 Mahlzeiten/Tag à ~10–15 Heimchen. Drohnenbrut nur seltener, überbrühter „Nachtisch". Täglich Korvimin ZVT + Kalzium; Vitamin-B alle 8–10 Tage (idealerweise Tierarzt).
Naturnahrung in der Natur – nicht 1:1 zum Zufüttern
Ausschließlich im Flug gefangenes Luftplankton: kleine Fliegen, Mücken, Blattläuse, kleine Käfer, fliegende Ameisen. Keine Regenwürmer/Schnecken.
Besonderheit
KEIN Singvogel – Segler, gehört in eine Mauersegler-Spezialstelle. Nur Heimchen/Steppengrillen (keine Zweifleckgrillen). Vollständige Federreife entscheidend fürs Auswildern. Schon wenige Fehlfütterungen können irreversibel schaden.
Nicht füttern
Mehlwürmer, Fliegenmaden, getrocknete Insekten und Trocken-/Fertigfutter („auf keinen Fall"), Fleisch und Ei, Körner; Zweifleckgrillen und Heimchen mit dranbleibenden Beinen.